Kirche ist präsent in Regional- und Kommunalpolitik – Das Verbindungsbüro zur Region Stuttgart feiert 20-jähriges Bestehen

Eine einmalige Einrichtung, ein Unikum in der Landschaft der Diözesen sei das Verbindungsbüro zur politischen Region Stuttgart, äußerte Regionaldekan Dr. Heiko Merkelbach in seiner Begrüßungsrede zur Feier des 20-jährigen Bestehens des Verbindungsbüros, die am 8. November in Stuttgart stattfand. Mit dieser Einrichtung sei die kirchliche Präsenz in Regional- und Kommunalpolitik nicht zufälligen Begegnungen überlassen, sondern könne systematisch angegangen werden.

Regionaldekan Dr. Heiko Merkelbach bei der Feier des 20-jährigen Bestehens des Verbindungsbüros. Foto: Christian Hass

Wie bedeutsam die Kontakte von Kirche und Politik auf regional- und kommunalpolitischer Ebene sind, legte Dr. Max Schulte, Politikwissenschaftler und Soziologe aus Münster, in seinem Festvortrag dar. Er betonte, dass Interessenvertretung an sich nichts Negatives sei, sondern legitimes Mittel um sich in der Gesellschaft Gehör zu verschaffen. Die Kirchen hätten hier durch ihre verfassungsrechtlich festgelegte Sonderstellung eine gute Startposition, müssten sich aber in Zukunft überlegen, wie sie diese Situation aufrechterhalten könnten. Einrichtungen wie das Verbindungsbüro seien eine gute Möglichkeit, zufällige und persönliche Begegnungen zu manifestieren und damit die Gestaltung der Gesellschaft durch die Kirchen auch in Zukunft zu gewährleisten.

Ca. 40 Gäste aus Regionalpolitik, den katholischen Dekanaten in der Region Stuttgart und regionaler Initiativen hatten sich im „Gutbrod“, den Veranstaltungsräumlichkeiten des Regionalverbands in Stuttgart zum Festakt eingefunden.

Politik im vermeintlich Kleinen, aber mit konkreten Auswirkungen auf den Alltag der Menschen sei Regionalpolitik, betonte Generalvikar Dr. Clemens Stroppel in seinem Grußwort. Mit dem Verbindungsbüro zeige die Kirche, dass ihr auch diese politische Ebene wichtig sei.

Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling sprach für den Verband Region Stuttgart und begrüßte ausdrücklich, dass die Arbeit des Verbands eng von der katholischen Kirche begleitet wird. Bei den für die Region aktuell wichtigsten Herausforderungen – bezahlbarer Wohnraum, Mobilität und Digitalisierung der Arbeitswelt - sei es von hoher Bedeutung, im Verbindungsbüro einen festen Ansprechpartner von kirchlicher Seite zu haben, dies schaffe gegenseitiges Vertrauen.

Prälatin Gabriele Arnold von der Württembergischen Landeskirche betonte die enge und freundschaftliche Zusammenarbeit beider Kirchen im Dialogforum der Kirchen in der Region  Stuttgart.

Das Verbindungsbüro der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist die Kontaktstelle der Diözese zur politischen Region Stuttgart. Neben dem Katholischen Büro auf Landesebene setzt sich das Verbindungsbüro als „kleines katholisches Büro“ für die Belange der Menschen auf regionaler und kommunaler Ebene ein. Leiter des Büros ist seit Juni 2014 der stellvertretende Stuttgarter Stadtdekan Dr. Heiko Merkelbach. Zum Jahresende 2018 tritt Merkelbach vom Amt des Regionaldekans und Leiter des Verbindungsbüros zurück. Geschäftsführerin ist seit 2016 Jutta Wiedmann. Gegründet wurde das Büro 1998 vom damaligen Bischof der Diözese, Dr. Walter Kasper.

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