Lackierroboter und die Herausforderungen der Digitalisierung - Das Dialogforum zu Besuch beim Anlagenbauer DÜRR

Nach Bietigheim-Bissingen zum Maschinen- und Anlagenbauer DÜRR reisten die Mitglieder des Dialogforums der Kirchen am 15. März. Es ist eine wiederaufgenommene Tradition des Dialogforums, einmal im Jahr ein Unternehmen in der Region Stuttgart zu besuchen, um sich über aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen zu informieren.

Das Dialogforum der Kirchen beim Anlagenbauer DÜRR in Bietigheim-Bissingen. Foto: Dialogforum der Kirchen

Sehr freundlich empfangen wurde die 12-köpfige Gruppe von CEO Dr. Hans Schumacher sowie vom Konzernbetriebsratsvorsitzenden Hayo Raich, der die Veranstaltung maßgeblich vorbereitet hatte.

Aus dem Dialogforum der Kirchen nahmen die Leiter Prälatin Gabriele Arnold und Regionaldekan Dr. Heiko Merkelbach, sowie die Geschäftsführung vertreten durch Romeo Edel und Jutta Wiedmann teil. Aus dem Verband Region Stuttgart begleiteten uns Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling und fünf Regionalräte aus verschiedenen Fraktionen. Komplettiert wurde die Runde durch den evangelischen Dekan Eberhard Feucht, dessen Dekanat auch Bietigheim-Bissingen umfasst. Die beiden katholischen Betriebsseelsorger Guido Lorenz und Christian Gojowczyk, die uns außerdem begleiteten, waren noch nie bei Dürr - ein gutes Zeichen, wie beide meinten. Sind sie doch sonst in den Betrieben vor Ort, wenn es Probleme zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitervertretung gibt.

Nach einer kurzen Einführung folgte ein ausführlicher Betriebsrundgang durch die Roboterfertigung mit dem CEO Dr. Hans Schumacher, der den Teilnehmenden einen guten Überblick mit vielen Details verschaffte. DÜRR ist Marktführer im Anlagenbau und kann sich bisher gut gegen faire und unfaire Konkurrenz behaupten. Auch wenn an oft versucht werde, die High-Tech-Produkte von Dürr nachzuahmen, die Kopien seien ohne das Know How schlechter, hieß es während der Führung.

Sehr erfreulich ist die Atmosphäre zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung, wovon sich die Gruppe auch bei ihrem Besuch überzeugen konnte. Beide Seiten sind stolz, dass es noch nie eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung gab.

Im Nachgespräch gab es einen intensiven Austausch über die sich verändernden Arbeitsbedingungen. Alles wird immer schneller, die Digitalisierung spielt dabei eine wichtige aber nicht die alleinige Rolle. Gefordert ist insbesondere die Fähigkeit mit komplexeren Strukturen und Informations- und Kommunikationssystemen kompetent umzugehen.

Auch Forderungen stellte das Unternehmen an die Regionalpolitik: Die digitale Infrastruktur müsse weiter ausgebaut werden, für DÜRR sei es aber noch dringender, die Infrastruktur der Verkehrswege zu verbessern.